Der Begriff MODEL leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet Muster, rechtes Maß, Form.

Als Model bezeichnet man einen DRUCKSTOCK, der einen MUSTERRAPPORT abdruckt, d.h. eine Mustereinheit in regelmäßiger, theoretisch unbegrenzter Wiederholung.

Eigentlich handelt es sich beim Textildruck um die Vereinfachung der aufwändigen Stoff-

Färberei, da er Serien von Mustern in gleicher Qualität und Ausformung ermöglicht. Das

Färben, die kulturgeschichtliche Vorstufe zum Drucken, bildet ein einmaliges und

unverwechselbares Motiv, während sich das Farbmuster mit einem Druckmodel

wiederholen lässt.

Schon die Ägypter verwendeten Druckmodel, aber auch im vorkolumbianischen Amerika,

in Indien und Afrika war die Technik bekannt.

In Europa entwickelte sich der Stoffdruck im 16.Jhdt..

Es ist bezeichnend, dass viele Funde aus der europäischen Kultur des frühen Mittelalters

kostbare, gewebte Materialien imitieren und keine selbständigen Neuschöpfungen sind.

Aufwändig gewebte Stoffe konnten sich nur wenige leisten und der Stoffdruck erlaubte es,

die Vielfalt der Motive schneller und dadurch billiger herzustellen.

Der mittelalterliche Stoffdruck wurde als ZEUGDRUCK bezeichnet (Zeug ist eine alte

Bezeichnung für Stoff,Textilien, Gewebe).

Die „Reißer“ fertigten Entwürfe, die „Formschneider“ stellten die Holzmodel her, die „

Zeugdrucker“ kauften (meist) gefärbte Stoffe und bedruckten diese. Als problematisch für

die Drucker erwiesen sich die Farben (Leim oder Firnis). Sie waren dickflüssig, drangen

kaum in das Gewebe ein, fühlten sich hart an und wurden mit der Zeit stumpf und brüchig,

da die Farbhersteller noch keine Verdünnungsmittel kannten.

Daher schwand die Bedeutung des Zeugdrucks mit groben Holzmodeln, als in Irland ab

1752 gravierte Kupferplatten hergestellt wurden. Diese brauchten weniger Farbe und

konnten auch feinere Motive abdrucken.

1785 machte der Schotte THOMAS BELL eine für den modernen industriellen Stoffdruck

wichtige Erfindung: die Druckmaschine mit gravierten Metallwalzen.

Sie eröffnete neue Möglichkeiten des Musterentwurfs, verdrängte allmählich die

Druckplatte, erhöhte die Auflage von Serienproduktionen. Dadurch wurden bedruckte

Stoffe noch billiger.

Der Handmodeldruck wurde fast vollständig zurückgedrängt. Erst im 20. Jhdt. gewann er

wieder an Bedeutung, wohl auch als Gegenreaktion auf die überperfektionierte und

uniforme Industrieproduktion.

Eine Sonderentwicklung erlebte der bis heute in ungebrochener Tradition hergestellte

„Blaudruck“, der dem ostasiatischen Verfahren des Batikdrucks sehr stark ähnelt.

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